Herzlich willkommen bei Tanja Richters Institut für Pferdephysiotherapie

Unsere Vision, hoffentlich auch deine

Stell dir vor,

du hättest einen Zauberblick. Mit diesem Zauberblick könntest du sofort sehen, ob und wo etwas an deinem Pferd nicht in Ordnung ist.
Stell dir vor, du könntest in dein Pferd hineinschauen. Du wüsstest, ob es fit ist oder woran es liegt, wenn es nicht gut läuft.
Stell dir vor, dein Pferd könnte dir sagen, wo es Unbehagen fühlt und was es benötigt, damit es ihm besser geht.

Ich wünsche mir, jeder Besitzer eines Pferdes wäre in der Lage zu erkennen, ob alles in Ordnung ist oder nicht. Jeder Pferdemensch wüsste was zu tun und was zu lassen ist, damit das Pferd gesund bleibt.
Ich wünsche mir, jeder Verantwortliche für Pferde hätte diesen Zauberblick in das Pferd hinein. Jeder hätte ein Zauberherz, welches allen mit Mitgefühl und mit Verständnis begegnen würde und den Mut hätte, das zu tun, was richtig ist für die Pferde. Wir alle haben den Wunsch, unsere Pferde mögen noch gesünder, schöner und fröhlicher werden.

Im Laufe meiner Berufsjahre in der Physiotherapie von Pferd und Mensch konnte ich beobachten, wie wunderbar die Natur alles Krankhafte auflöst, heilt, umwandelt. Wie allein die Herstellung der natürlichen Funktion den steifen, schmerzenden Bereich in ein neues Gleichgewicht bringt. Wenn wir die Natur des Pferdes verstehen, dann wissen wir, wann etwas verkehrt läuft und wissen auch, wie es zurück zur Harmonie findet. Leben ist Balance.

So wünsche ich mir für alle Pferdetherapeuten das Wissen der natürlichen Funktion und das Geschick, mit den richtigen Impulsen die Natur hoffentlich auf den heilenden Weg zu bringen.

Ich wünsche mir, alle Pferdemenschen haben den Traum, mit ihrem Pferd in Harmonie zu schwingen.
Ich wünsche mir, alle Pferdemenschen erreichen das Verständnis für das Pferd.
Ich wünsche mir, alle Pferdemenschen haben den Mut, Änderungen durchzuführen im Sinne des Pferdes.

Meine Arbeit möchte dazu beitragen, das Pferd besser zu verstehen.
Tanja Richter
Seßlach, 29. April 2020

Mein erstes Pferd, Sune, ein Vollblut-Trakehner, stand in Ständerhaltung, 2x im Jahr wurden die Hufe gekürzt, 1x in der Woche bin ich geritten und dann in voller Geschwindigkeit am Strand. Ich ritt mit Schlaufzügeln und Pelham, damit er den Hals einrollen sollte, weil sich das so irgendwie gehörte. Schließlich ging er hinter dem Zügel, tänzelte und stürmte los, sobald er konnte. Er wollte einfach nur noch rennen. 10-jährig ging mein geliebtes, schönes Pferd lahm. „Hufrollen-Syndrom“, hieß es. „Da kann man nichts mehr machen, den kann man nicht mehr reiten“. Also verkaufte ich ihn auf Anraten an den Schlachter.

Nach kurzer Zeit dämmerte es mir, dass ich aus Unwissenheit mein eigenes, geliebtes Pferd in Krankheit und Tod getrieben habe. Das tut bis heute sehr weh.

Bei meinem nächsten Pferd, dem Araber Kaschan wollte ich alles besser machen. Mit einem guten Lehrer (Peter Kreinberg) ist mir das auch wirklich gelungen. Gleichzeitig lernte ich den Beruf des Physiotherapeuten und dann die Manuelle Therapie am Menschen (Streeck, Gustavsen, Lewit). Das war von 1986–1995. 10 Jahre nach Sunes Tod hatte ich die Gelegenheit, an 3 Wochenendseminaren bei einem kanadischen Pferdemasseur in Österreich (mit TA Lilo Stockhammer) teilzunehmen. Das weckte die Neugierde, noch mehr über das Pferd zu erfahren. Veterinärmedizinische Fachliteratur, Praktika beim Tierarzt, Hufschmied, Sattler und Metzger fügten allmählich ein Bild vom Verständnis für das Pferd zusammen. Jetzt erkannte ich, dass mein Sune hätte gerettet werden können, durch richtige Haltung, richtige Hufbearbeitung, einen guten Tierarzt, mit richtiger Bewegung und Physiotherapie.

Ich entdeckte, dass viele Pferde Schmerzen haben, ihre Menschen jedoch nicht die Kenntnis, dies zu erkennen, obwohl sie ihre Pferde lieben.

Von diesem mir neu angeeigneten Wissen profitierte mein Pferd Kaschan und dankte es mir mit Lebensfreude und Leistungsbereitschaft. Kaschan wurde ein sehr zugewandtes, schönes Pferd. Mittlerweile konnte ich viele Pferdepatienten von ihrer Steifheit befreien. Diese gewonnenen Erkenntnisse wollte ich möglichst vielen Pferdebesitzern mitteilen. So schrieb ich mein erstes Buch mit dem Titel „Massage“ im Müller-Rüschlikon Verlag. Im Jahr 2001 begann der erste Jahrgang in der Ausbildung Pferdephysiotherapie in meinem Institut für Pferdephysiotherapie (IPP). Der Schwerpunkt lag in der von mir entwickelten Manuellen Therapie am Pferd.

„Manuelle Therapie“ heißt, mit Hilfe der Hände die funktionelle Problematik zu erfassen, um dann das Gewebe zu einer gesunden Funktion zurückzuführen. Die Therapie ist außerordentlich sanft, das Pferd ist sofort lockerer.

Diese Methode konnte ich in den letzten 25 Jahren an über 1000 Pferden erfolgreich anwenden und über einhundert Pferdephysiotherapeuten und Tierärzten lehren. In dieser Zeit sind 2 Fachbücher entstanden („Manuelle Therapie der Pferdewirbelsäule“, Thieme Verlag und „Illusion Pferdeosteopathie“, Kosmos Verlag) sowie 10 Ausgaben der Fachzeitschrift „Manuelle Therapie am Pferd“ in Eigenproduktion.
2014 konnten wir mit dem Verband „Manuelle Therapie am Pferd – MTAP“ ein Präparationsseminar am Pferd in der Tieruniversität München mit Prof. Maierl organisieren. Das Pferd von innen zu sehen, hat unser bisheriges Verständnis von der Funktion des Pferdes grundlegend verändert. Die Anatomie stellt sich live ganz anders dar, als in den Büchern beschrieben. Wir erkannten, dass wir unsere Idee, wie wir Pferde reiten müssen, um sie gesund zu erhalten, gänzlich neu überdenken müssen.

Die neu gewonnen anatomischen Erkenntnisse aus dem Blickwinkel der Pferdephysiotherapie, zusammen mit den sportwissenschaftlichen Ergebnissen über das Gewebe und Training ergeben ein neues Verständnis der Funktion des Pferdes.

Wir müssen unsere Art zu reiten überdenken.

Den regelmäßigen Seminarbetrieb in meinem Haus habe ich eingestellt, um mich mehr der Verbreitung dieses neuen Wissens per Web zu widmen. Mehr „Pferde-Menschen“ sollen die Möglichkeit haben zu erfahren, wie das Pferd funktioniert.

In der Hoffnung, dass viele Sunes zusammen mit ihren Menschen ein langes, fröhliches, erfülltes Leben haben mögen.

Tanja Richter

Anhang:

Mein Traum für Pferdebetriebe

Stell dir einen Stall vor,
in dem für jedes Pferd eine große, helle, saubere Box mit dicker Einstreu, reichlichem, sauberem, wohl duftendem, artenreichem Heu, mit gut funktionierender Tränke und sauberem Trinkwasser bereit stünde. Eine Box, von der aus es in einer kreisförmigen Anordnung seine gesamte Herde überblicken kann. Es könnte sich mit dem Stallnachbarn beknabbern oder sich zurückziehen. Es könnte nach draußen traben und wieder zurück. Jeden Tag käme dein Pferd in kleiner, harmonischer Herde für einige Stunden auf eine große Koppel mit fester Grasnarbe, einigen Bäumen, vielleicht einem Bach. Eine Weide, die das ganze Jahr über begehbar wäre, wo es mit Geschwindigkeit frei galoppieren kann. Jeden Abend käme es dann wieder in seine eigene Box. Dieser Stall hätte genügend Fläche für uns Reiter, mit dem Pferd in ruhigem Umfeld zu üben, es zu trainieren und zu gymnastizieren.

Stell dir vor,
die anderen Menschen im Stall würden liebevoll miteinander umgehen. Alle Pferdebesitzer hätten Verständnis füreinander. Sie übten sich in Respekt, weil jeder weiß, welche große Aufgabe es ist, ein Pferd gesund zu erhalten.

Stell dir vor,
die Stall-Verantwortlichen wüssten mit einem Blick, was die Pferde jetzt brauchen. Sie hätten den Wunsch, dass die ihnen anvertrauten Pferde noch gesünder, schöner und glücklicher würden. Sie hätten den Mut, die nötigen Maßnahmen hierzu umzusetzen und auch das Geld zu verlangen, was sie dazu wirklich bräuchten.

Stell dir vor,
du könntest deinem Pferd auch mit kleinem Geldbeutel den besten Stall bei bestem Futter ermöglichen. Weil du helfend mitarbeiten würdest.

Stell dir vor,
die Landwirte würden Land für Pferde-Weiden frei geben. Es wäre genügend Zeit und Geld vorhanden, gutes Heu für Pferde zu produzieren.

Mein Traum vom Pferdebesitzer

Stell dir vor,
deine Weisheit würde dir sagen, wie die Probleme deines Pferdes entstanden sind. Es gäbe keinen alleinigen Schuldigen, sondern nur ein System, in das du mit deinem Pferd eingebunden bist. Du tust alles, was du weißt und kannst, damit es deinem Pferd gut geht.

Stell dir vor,
du besäßest ein Zauberherz, welches Verständnis für die Tierärztin hat, die vielleicht nicht immer gleich herausfindet, was deinem Pferd fehlt und so auch nicht immer sofort helfen kann.

Stell dir vor,
du wärest in der Lage, die Verspannungen deines Pferdes durch die richtigen Bewegungen vom Boden und vom Sattel aus alleine wegzuzaubern. Die Techniken aus der Manuellen Therapie und Osteopathie stünden dir dabei zur Verfügung, um eine zuverlässige Besserung herbeizuführen.

Stell dir vor,
das Wissen und Können deines Hufbearbeiters würden dir helfen, die Hufstellung deines Pferdes noch besser zu verstehen und zu optimieren.

Stell dir vor,
du wüsstest, ob dein Sattel gut passt oder nicht. Du wärest in der Lage, mit dem Sattler gemeinsam die Sattel-Passform zu optimieren.

Stell dir vor,
du wohntest mit einem Pferde-Arzt zusammen, der Dr. Vorbeugung heißt. Und der hätte einen Freund namens Dr. Geduld. Beide hätten bei Professor Zeit studiert in der Universität Verstehen.

Das Zebra ist für mich so wie ein Wappentier, unglaublich klug, behält die Freiheit und weiss sich trotzdem optimal anzupassen und  mit anderen Tieren in Symbiose  zusammen zu agieren. So nutzt z.B. das Zebra die Weitsicht von Giraffen aus, um rechtzeitig drohende Gefahr zu erkennen. Im übrigen erkennen sich Zebras auf grosser Distanz an ihren Streifen, die so indviduell wie unser Fingerabdruck sind.